Wer eine Webseite baut, denkt oft zuerst an Farben. An Schriften. An Animationen. Das ist menschlich. Aber es ist die falsche Reihenfolge.
Denn eine Webseite ist, technisch gesehen, zunächst einmal nichts anderes als eine Sammlung von Dokumenten. Und diese Dokumente haben einen Zweck. Wenn das klar ist, wird alles andere einfacher.
Was eine Webseite eigentlich ist
Eine Sammlung von HTML-Dokumenten, die ein vom Betreiber ausgewähltes Ziel verfolgt.
Stellen Sie sich eine Visitenkarte vor. Sie trägt Ihren Namen, Ihre Nummer, Ihre E-Mail-Adresse. Praktisch, solange alles stimmt. Aber was passiert, wenn die Nummer sich ändert? Oder ein neuer Ansprechpartner das Haus übernimmt? Die Karte wird falsch. Und falsche Karten landen im Papierkorb, und der Kunde muss sich neu informieren.
Eine Webseite ist wie eine immer aktuelle Version davon. Sie ist eine lebende, dynamische Visitenkarte, die immer auf dem aktuellen Stand ist. Neue Telefonnummer? Eine Änderung, überall sichtbar. Neuer Ansprechpartner? Ebenso. Neue Preise, neue Produkte, eine neue Aktion? Alles kein Problem.
Das klingt selbstverständlich. Aber der Unterschied im Alltag ist größer, als man denkt, denn wo würde man sich informieren, wenn nicht im Internet?
Was eine Webseite leisten kann
Eine gut gebaute Webseite macht konkrete Dinge möglich, die ohne sie aufwändig oder unmöglich wären.
Sie kann Kunden auf aktuelle Aktionen aufmerksam machen. Sie kann Referenzen und abgeschlossene Projekte zeigen, die Vertrauen aufbauen, bevor ein einziges Gespräch stattgefunden hat. Sie bietet eine funktionierende Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Sie kann bei mehreren Kommunikationswegen den richtigen vorschlagen: Telefon, E-Mail, Formular, Adresse für Post, eine Buchungsschnittstelle inklusive Terminkalender und Bezahlung. Sie kann Kunden bei der Produktauswahl begleiten, Konfiguratoren bereitstellen, Downloads anbieten, aktuelle Kataloge verfügbar machen, und und und.
Aber all das setzt eines voraus: dass die Webseite nicht gewürfelt ist, sondern ein klares Ziel hat.
Zuerst das Ziel, dann die Webseite
Eine gute Webseite hat immer mindestens eine Aufgabe. Manchmal ist das Sichtbarkeit: Sie wollen gefunden werden, von Menschen, die gerade nach Ihrem Angebot suchen. Manchmal ist es Neukundengewinnung: Jeder Besucher soll am Ende eine Anfrage stellen. Manchmal ist es Information: Kunden sollen selbst Antworten finden, bevor sie anrufen. Manchmal sind es Stellenanzeigen, Produktkataloge, Terminbuchungen.
Die Webseite selbst kann so klein oder so groß sein, wie es nötig ist. Eine einzige Seite kann ausreichen. Zwanzig Seiten können nötig sein. Es gibt keine richtige Zahl, nur das richtige Ziel.
Die Startseite beantwortet auf modernen Webseiten zwei Fragen: „Bin ich richtig?" und „Was kann ich hier tun?". Sie bietet einen Ort, an den der Besucher zurückkommen kann, um sich neu zu orientieren. Schön oder hässlich ist dabei nicht annähernd so wichtig wie klar und verständlich.
Die meisten Besucher werden nämlich nicht von Ihnen dort hingeführt worden sein. An dem Punkt kommt unter anderem die Suchmaschine ins Spiel.
Was passiert, wenn Kunden Sie finden sollen
Sobald eine Webseite dazu dient, von neuen Kunden gefunden zu werden, kommt ein weiterer Baustein ins Spiel: die Suchmaschine.
Eine Suchmaschine spricht nicht mit Ihnen persönlich über den Inhalt der Webseite. Sie besucht sie selbst. Genauer gesagt: Sie liest Ihre Dokumentensammlung. Und damit sie das tut, müssen diese Dokumente nach bestimmten Regeln aufgebaut sein. Nicht für das menschliche Auge, sondern für den automatisierten Prozess, der im Hintergrund entscheidet, welche Webseite bei einer Suchanfrage am relevantesten erscheint.
Dieser Bereich heißt SEO, Search Engine Optimisation. Es beschreibt alle Maßnahmen, die dazu beitragen, dass eine Suchmaschine Ihre Dokumente versteht und sie über die Dokumente anderer stellt. Solange dafür kein Geld an die Suchmaschine fließt, nennt man das organisches SEO. Natürlich gewachsene Sichtbarkeit, die bleibt.
Der Inhalt und die Strukturierung des Dokuments ist, was wichtig ist. Nicht die Farbe.
Das Wichtigste wird oft vergessen
Hier ist etwas, das in Gesprächen über Webseiten fast nie fällt: Ein gut strukturiertes Dokument, das von Menschen und Maschinen gleichermaßen verstanden wird, ist wertvoller als das teuerste Design, das niemand lesen kann.
Eine Suchmaschine liest erst den Inhalt, berechnet dann auf Basis messbarer Werte, wie zugänglich das Dokument ist, und trifft dann eine Entscheidung über die Vertrauenswürdigkeit. Sie liest Inhalt, Struktur, Klarheit. Wer sein Budget ausschließlich in Optik investiert und dabei vergisst, was das Dokument eigentlich sagen soll, hat eine schöne Webseite gebaut. Aber kein Werkzeug.
Beides geht natürlich auch. Aber die Reihenfolge stimmt: zuerst das Ziel, dann der Aufbau, dann das Design. Nicht umgekehrt.
Nach welchem Profi Sie suchen sollten
Wenn Sie eine Webseite erstellen lassen wollen, gibt es eine einfache Faustregel. Der richtige Anbieter fragt zuerst: Was soll diese Webseite erreichen? Wer sind Ihre Kunden? Wie finden die Sie gerade? Was soll sich ändern?
Wer stattdessen als erstes nach Lieblingsfarben und Schriftarten fragt, hat die Prioritäten vertauscht.
Eine Webseite ist ein Werkzeug. Gute Werkzeuge werden für eine bestimmte Aufgabe gebaut. Wenn sie die Aufgabe nicht erfüllt bekommen, ist das Werkzeug für die Katz.